Foto: Tobias Hase dpa/

Der Osterspaziergang

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Der lang ersehnte Frühling hält Einzug in die Natur und ist besonders zur Osterzeit zu bewundern. Schon Goethe hat in seinem lyrischen Klassiker  „Osterspaziergang“ das Brauchtum zu Ostern einen Spaziergang durch die Natur zu unternehmen, beschrieben. Doch ist dieses Gedicht nicht der Auslöser dieses Brauchtums.

Der Osterspaziergang: eine christliche Tradition?

Wer hätte es gedacht: Die Tradition des Osterspazierens hat einen christlichen Ursprung. Der Osterspaziergang findet seinen Ursprung in dem Gang nach Emmaus, der im Lukas-Evangelium der Bibel beschrieben steht.

Das Evangelium nach Lukas berichtet davon, dass die Jünger den Schilderungen über die Auferstehung Jesu Christis von Maria Magdalena nicht glaubten, worauf zwei von ihnen nach Emmaus aufbrachen. Auf dem Weg dorthin begegnete ihnen ein Fremder, mit dem Sie über die Auferstehung diskutierten. Als der Fremde das Brot brach, erkannten die Jünger in ihm den auferstandenen Jesus Christus und glaubten fortan an dessen Auferstehung.

Warum heißt es „Osterspaziergang“?

Dieser Emmaus-Gang der ungläubigen Jünger war ursprünglich von Gesang und Gebet begleitet. Über die Zeit wandelte sich dieser Weg der Glaubensfindung dann zum allseits bekannten und beliebten Osterspaziergang für die ganze Familie.

Im 20. Jahrhundert bekam der Osterspaziergang neben dem Flanieren in der Natur eine politische Dimension. Die politischen Ostermärsche als Zeichen einer Friedensbewegung zur Osterzeit begannen um 1960.