© dpa/ Matthias Hiekel

Ostereier als Brauch

Die Welt der Ostereier bietet eine Vielzahl an verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten, Sitten und Bräuchen. Eine kleine Auswahl besonderer Schmuckeier und Hintergrundinformationen zeigen wir Ihnen hier.

 

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Woher kommt das Osterei?

Im vorchristlichen Heidentum wurde dem Osterei bereits eine große Rolle beigemessen. Weil das Hühnerei neues Leben birgt und erzeugt, galt es schon im alten Orient als Sinnbild für die Fruchtbarkeit. Heute sind Ostereier Symbole für das ranghöchste Fest der Christenheit.

Christliche Glaubensrichtungen orientierten sich bald an der Wirkungskraft des Eis und verglichen die harte Schale mit dem Grab Christi, aus dem schließlich durch die Auferstehung neues Leben entstand. Weil das Verspeisen von Eiern während der Fastenzeit verboten war, spielte das Hühnerei auch als Lebensmittel eine große Rolle. Denn hartgekocht hielt sich das Grundnahrungsmittel lang und konnte am Ende der Fastenzeit noch genüsslich verspeist werden.

 

Sorbische Ostereier

Die heutigen sorbischen Ostereier gehen auf eine alte Verzierungstechnik der frühen Sorben aus der Lausitz hervor. Weil nach christlicher Sitte am Karfreitag die Arbeit ruhen sollte, bemalten die „Lausitzer Serben“ stattdessen Hühnereier für das bevorstehende Osterfest.

Diese wurden dann nicht nur an Freunde verschenkt, sondern im Besonderen auch an die Patenkinder, welche sich am Ostersonntag mit einem leeren Korb auf den Weg zu ihren Taufpaten machten, um Geschenke abzuholen. Die Verzierung und Gestaltung der Eier war sehr aufwendig.

Bei der Ätztechnik wurden gefärbte Ostereier auf einen Ameisenhügel gestellt oder in Sauerkrautsaft eingelegt, um ungleichmäßige Muster zu kreieren. Bei der Reserviertechnik oder auch Wachstechnik wird das Hühnerei mittels Wachs verziert. Beim späteren Einfärben werden die zuvor gewachsten Stellen nicht eingefärbt.

Bei der sogenannten Bossiertechnik wird hingegen direkt koloriertes Wachs verwendet. Die Kratztechnik oder auch Ritztechnik erfordert einiges an Kunstfertigkeit. Hier wird das Ei zuvor bemalt und anschließend mit einem spitzen Gegenstand bearbeitet, sodass schöne Motive und Muster zum Vorschein kommen.

 

(Quelle: SRF Archiv)

 

Eier von Fabergé

Das Fabergé-Ei gehört wohl zu den weltweit exklusivsten Ostereiern. Der russische Juwelier und Edelmetallschmied Peter Carl Fabergé schuf im Auftrag des Zaren Alexander III. höchstselbst ein Schmuckei, das durch eine einzigartige filigrane Goldschmiedekunst bestach.

Die Tradition, seine Liebste mit einem außergewöhnlichen Ei zu beschenken, wurde durch den letzten Zaren Russlands, Nikolaus II., fortgesetzt. Schon bald wollten sämtliche Edelleute ein solch kostbares „Prunkei“ besitzen.

Diese Prunkeier wurden nicht nur aus erlesenen Materialien wie Edelmetallen, Juwelen oder Elfenbein gefertigt, sondern beinhalteten oft auch eine ausgeklügelte Mechanik, die für den Betrachter kleine, außergewöhnliche Überraschungen bereithielt. Noch heute werden die kleinen Kostbarkeiten zu Höchstpreisen gehandelt.

 

Faberge-Ostereier (Quelle: Berd Boehm Filmproduktion)